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Oicht'n - Teife Göming!
Wenn es dämmerte und finster wurde, dann ging es im Oichtn-Tal oft schrecklich zu. In kürzester Zeit füllte sich das gesamte Tal, in dem die Oichtn fließt mit dichtem, feuchtem und furchterregendem Nebel. Der Nebel zog sich schnell über die Felder und Wiesen und füllte das Tal auf der Westseite vom Haunsberg. Wenn dann auch noch ein höllischer Sturm, Blitz und Donner hinzu kamen, dann munkelte man wieder unter den Bauern: "Die Wetterhexe vom Haunsberg treibt wieder ihr Unwesen!" Laut Erzählungen bewohnte sie das Gipfelplateau wo heute die Radarantenne steht. Die Wetterhexe vom Berg, war eine der gefürchtetsten Gestalten, jedoch war sie nicht alleine.
Wenn man die Warnungen von den Wetterglocken, der Klosterkirche Michaelbeuern, der Nikolauskirche Dorfbeuern, oder der Nothelferkirche in Lauterbach nicht hören konnte und vom feuchten Nebel umschlungen wurde, war die Zeit gekommen, in der teuflische Gestalten herum irrten. Es schien als würden sie ein kleines, rot leuchtendes Licht oder ein Feuer mit sich tragen. Manchmal hörte man ihr lautes Rufen, ihr Schreien, ihr Brüllen oder ein teuflisches Rasseln. Manche erzählten sich, dass sie dann gerade wieder ein Vieh gerissen oder sogar ein Menschenskind entführt hätten. Die Gestalten der Oichtn hielten sich meist im Bereich der Drei Mühlen auf und machten das sonst eher ruhige Gewässer des kleinen Baches äußerst gefährlich. Doch wenn solch eine höllische Nacht endlich vorüber war, sich der dichte, kalte Nebel langsam wieder legte und die Leute wieder die Türen öffneten, war meist nichts mehr von dem grausamen Treiben, dass in jener dunklen Nacht herrschte, zu ahnen. Und man vermutet dass die schrecklichen Gestalten sich in der Oichtn verstecken und leider noch immer nicht die ewige Ruhe gefunden haben.
Flo Barth



